Die Königsmarck-Affäre



Count Philipp Christoph Königsmarck
Gemälde eines unbekannten Künstlers
Schwedischer Privatbesitz




Prinzessin Sophie Dorothea mit ihren Kindern (um 1691),
dem späteren König Georg II von England und der späteren Königin Sophie Dorothea von Preußen, der Mutter Friedrichs des Großen.
Gemälde im Bomann-Museum (Celle)

Wie konnte es nur so Enden.....
Eine Liebe die so stark, so egoistisch, so eitel, so selbstlos und so gefährlich war.
Es musste eine vollkommene Liebe gewesen sein, denn schon der französischen Dichters Alfred de Musset (1810-1857)
"On ne badine pas avec l'amour" (Man scherzt nicht mit der Liebe) schrieb:
"Gibt es auf der Welt etwas schöneres als ein Bund zwischen zwei unvollkommenen, abscheulichen Geschöpfen?"
Und doch, nahm die Liebe ein so schlimmes Ende, was Count Philipp Christoph Königsmarck schon früh zu ahnen schien.
So zitierte er Benjamin Neukirch(1665-1727) in eigener Form in einem Brief an Sophie Dorothea :

Also lieb ich mein Verderben
und häge ein Feuer in meiner Brust,
daran ich doch zulest mus sterben,
Mein Untergang ist mir gar wol bewust.
Das magts: ich habe lieben wollen,
Was ich viel mehr anbeten sollen.

Königsmarck: "Wenn nicht Sie es sind, die mich zu etwas anderen zwingen."
Sophie: "...bin ich unwandelbar die Ihre".

Schon als Kinder begegneten sie sich und besiegelten Ihr Schicksal, in dem sie Ihre Zuneigung zueinander in Kindereien preisgaben.
Dies war aber nicht im Sinne des Herrenhauses. Ein Verbot des Wiedersehens wurde aufgestellt und viele Jahre waren sie nicht mehr gesehen.
Indes wurde Prinzessin Sophie von Celle mit dem hannoverschen Erbprinzen, Ihrem Vetter dem späteren König Georg Ludwig I von England verheiratet.
2 Kinder gebar sie ihm, aber die Liebesfreude des Lebens wurde Ihr verwehrt. Vernachlässigt und betrogen wurde Sie immer unglücklicher. Da tauchte Königsmarck im Sommer des Jahre 1689 wieder auf
(1690 Beginn des Königsmarck-Briefwechsels)
und die Jugendliebe war beiderseitig wieder entflammt. Ernsthafter und bedingungsloser wuchs sie, sei es dadurch, dass sie Ihrer Liebe geheim halten mussten, oder es keine Aussicht gab ein Leben zusammen zu führen. So wurde es eine vier jährige Liebe aus Gedanken, Briefen und ab und zu ein geheimes Stell-Dich-Ein in der Nacht. Viele Barrieren wurden überwunden, Königsmarck war sehr, ja schon fast krankhaft eifersüchtig, Sophie als Gegenpol sehr eitel und wart gern angesehn.
Die beiden hielten es am Ende kaum noch aus. Sophie verlangte die Scheidung, und Königsmarck lehnte viele hohe Anstellungen ab, um Sophie so nah wie möglich bleiben zu können. Wollten Sie beide fliehen? Einige Anzeichen darauf gab es, doch der Briefwechsel wurde z.T. vom hannoverschen Hofe, so möglich ihm es war, überwacht und man vermutete ein Zuspitzen der Situation. Gravierende politische Auswirkungen befürchtete man und lies Königsmarck am 1.Juli 1694 zu Nacht auf dem Weg zu Sophie ermorden.
Er ward nie gefunden, auch Aurora Königsmarck, seine Schwester und Mätress des August dem Starken, gab die langjährige Suche mit den selbsterfasten Versen auf:

Belle ombre, hélas, qu´exiges-tu de moi?
Je veux te suivre au tombeau sans effroi
Ta soeur, qui n´a pu te défendre,
demande á mourir avec toi.

Sophie wurde geschieden und auf das Schloss Ahlden bis auf Ihr Lebensende vom hannoverschen Hofstaat festgehalten.
Sie verbrachte noch mit kleinen Unterbrechungen 32 Jahre dort von 1694-1726. Bekannt heute als Prinzessin von Ahlden.

Philipp Christoph Königsmarck *14.03.1665 in Stade +01.07.1694 Hannover
Sophie Dorothea *20.09.1666 Celle +13.11.1726 Ahlden


Alle Angaben aus meiner Zusammenfassung habe ich aus folgenden Büchern von
Georg SCHNATH (1898-1989):

"Sophie Dorothea und Königsmarck -
Die Ehetragödie der Kurprinzessin von Hannover";
Einzelveröffendlichung aus "Geschichte Hannovers 1674-1714" Band II

"Der Königsmarck-Briefwechsel.
Korrespondenz der Prinzessin Sophie Dorothea von Hannover mit dem Grafen Philipp Christoph Königsmarck 1690 bis 1694"
, Krit. Gesamtausgabe in Regestenform bearb. von G. Schnath.; August Lax, Hildesheim, 1952. 254 S. OKart.

Dank dieses Historikers Georg Schnath kann es uns möglich sein, die wahrscheinlichste Begebenheit dieser Geschichte zu erhalten und zu bewahren.
Mit diesem Beitrag möchte ich mich, auch nach seinem Tod noch sehr bei Ihm bedanken und möchte ihm sagen wie sehr ich seine langjährige Arbeit schätze.

Als Erkennungssignal wenn Sie sich bei Nacht trafen wurde die Folies de Espagne von Arcangelo Corelli(1653 - 1713) gepfiffen.

Diese Erzählung wurde 1948 mit Stewart Granger als ¨Königsmarck¨ verfilmt:

"Königsliebe"
Originaltitel:
"Saraband for dead lovers" GB

   

Die Beziehung Sophie Dorothea und der "Alte Fritz"

Die Beziehung Philipp Christoph Königsmarck und August dem Starken